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Programm im 2. Halbjahr

Unser Programmheft für das zweite Halbjahr ist fertiggestellt. Ladet es Euch hier herunter.

Es sind diverse Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen im Angebot. Wir freuen uns auf Euch! 

Schmöckert gern durch das Heft und meldet Euch unter 02043/66699 oder per E-mail team@frauenberatungsstelle-gladbeck.de an.

25 Jahre Dachverband

 

Vor 25 Jahren gründete sich der Dachverand der autonomen Frauenberatungsstellen NRW e. V. Seither ist die Frauenberatungsarbeit in NRW zentral organisiert und vernetzt. Die Frauenberatungsstelle Gladbeck e. V. ist ebenfalls Mitglied des Dachverbandes und profitiert durch kollegiale Vernetzung, Fachausschussarbeit und gemeinsame Weiterbildung maßgeblich durch die Solidarisierung des Beratungssystems.

Im Juni zelebrierte der Dachverband seinen Geburtstag und wir waren natürlich mit auf der Party! Dennoch möchten wir auch auf diesem Wege noch einmal herzlich gratulieren und dem kleinen, aber sehr engagierten Team der Geschäftsstelle des Dachhverbandes danken!

Auf der Feier trug eine Kollegin aus unserem Team einen Text mit Zukunftsperpektive für die Arbeit der Frauenberatung vor. Was sind Ihre feministischen Zukunftswünsche? Lesen Sie sich den Text gerne durch und schwelgen Sie mit uns im Morgen:

"Frauenberatung der Zukunft

Vor 25 Jahren hat sich die Frauenberatungsarbeit in NRW zentraler organisiert. Freiraum für Kreativität, Austausch, gegenseitige Unterstützung und Inspiration wurde geschaffen. Auch wenn jede Frauenberatungsstelle individuell auf die Bedarfe der Frauen ihrer Stadt eingeht, bietet der Dachverband die Plattform dafür, das Gefühl der Gemeinschaft und Solidarität zu erhalten, die in diesem Kampf so existenziell sind.

Als neue Mitarbeiterin in der Frauenberatungsstelle Gladbeck, als Berufseinsteigerin und Altersgenossin des Dachverbandes – wurde ich gefragt: Wo siehst du die Frauenberatung in 25 Jahren?

Ich könnte jetzt erzählen: Alles erledigt! Liste abgearbeitet! Hier in der Zukunft, gibt’s gleiche Löhne für alle, keine Gewaltdynamiken mehr. Alle haben sich lieb und respektieren sich gegenseitig – als Mensch, unabhängig ihrer Geschlechtsidentität. Es gibt auf Bühnen, in der Politik, in Führungspositionen und bei Neugründungen ausgeglichene Anteile und keine genderspezifischen Jobs. Sexistische Werbung ist durch die Bank weg verboten und so verpönt, dass ohnehin alle abschalten würden. Es ist allen bewusst, dass Frau auch ohne Mann glücklich werden kann und dass es ihre freie Entscheidung ist, ob sie Mutter werden möchte (darüber sogar informiert werden darf!). Es gibt keine Femizide mehr. Alle reflektieren ihren Umgang miteinander – es ergeben sich ausschließlich Begegnungen auf Augenhöhe. Und alle wissen: Nein heißt nicht Ja!

Aber ich bin eher optimistische Realistin. Und auch wenn es durch Hilfe zur Selbsthilfe das Ziel der Sozialen Arbeit ist, sich selbst überflüssig zu machen, bin ich dennoch dafür, dass wir unsere Existenz mal besser miteinplanen sollten.

Ich sehe die Frauenberatung 2047 als Leuchtturm dastehend. Stabil, abgesichert, hoch oben, für alle sichtbar. In jedem Ort, ob Dorf oder Großstadt, gibt es Frauenberatungsstellen. Die Bürgerinnen vor Ort wissen um diese und nutzen die Anlaufstelle als Treffpunkt, um sich zu organisieren. Unsere Arbeitsbereiche stehen in einem anderen Verhältnis. Da sind 30 % der Arbeitsauslastung, die interventive Beratung umfassen und damit dem gesunkenen Anteil an Frauen, die Gewalt erleben, gerecht werden und auch für gewaltferne Themen noch Raum zur Begleitung besteht. Während 70 % des Tages für Prävention genutzt werden können – eben, weil der Beratungsbedarf gesunken ist.

Wir schulen, informieren, klären auf. Inspirieren diverse Zielgruppen in Workshops, Veranstaltungen, durch Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungen und Diskussionsrunden zum Hinterfragen, zum Überdenken. Wir fördern das Selbstvertrauen und die Gefühle der Selbstwirksamkeit von Vulnerablen und reflektieren mit Privilegierten ihre Position. Wir führen die verschiedenen Zielgruppen zueinander und bieten Raum für offenen Austausch und Debatten, um nachhaltig zu bilden. Das Bündnis des Dachverbands, was wir schon erreicht haben, wird noch erweitert. Wir bauen unsere Lobby aus. Aus mitgemeint wird mitgedacht. Und aus mitgedacht wird mitgemacht.

Manch eine von euch, hält meine optimistisch realistischen Gedanken vielleicht für naiv, absurd oder wünscht sich etwas ganz anderes – ein reines Fortbestehen zum Beispiel, eine sicherere Finanzierung unserer Arbeit, bessere Bezahlung und mehr Stellen für den Workload, den die meisten von uns gerade lediglich mit viel Stress und hoher Belastung bewältigen. Das alles sind Wege, die auch ich gerne mitgehe. Nur träumen darf frau ja…

Und dafür bin ich Euch dankbar. Ohne Eure Arbeit in den letzten 25 Jahren und auch den Jahren vor dem Dachverband – ohne die Arbeit der Frauenberatungsstellen und den Initiativen der Frauenbewegung, hätte ich meine ersten 25 Jahre nicht so frei verbringen können.

Der Generationenwechsel, den viele Beratungsstellen, den der Feminismus aktuell durchlebt und der allen Parteien Kraft und Kompromissbereitschaft abringt, ist nicht immer organisch. Bei all den Querelen möchte ich mich aber von tiefstem Herzen dafür bedanken, was ihr für uns schon erreicht habt. Wir bauen auf euren Schultern. Ihr habt den Staub vom Patriarchat abgepustet – ihn sichtbar gemacht und angefangen die Gesellschaft zu verändern. Und jetzt liegt es an den kommenden Frauen und Mädchen weiterzumachen.

Wir alle machen das hier für die Frauen, die zu uns kommen, für uns selbst und zu einem großen Teil für die Frauen und Mädchen, die noch kommen werden. Weil wir die Weitsicht innehaben, die uns dieses Projekt „Abschaffung des Patriarchats“ mit all seinen Auswucherungen abverlangt. Weil wir die Notwendigkeit erkannt haben und unser Sinn für Gerechtigkeit uns die Kraft gibt uns tagtäglich mit diesen Wut-, Gewalt- und konfrontativen Themen zu beschäftigen.

Um es mit den Liedzeile von Maren Kroymanns Song „Das Ende des Patriarchats“ zu sagen:

„Das Patriarchat ist noch lang nicht vorbei, doch so wird’s nicht für immer sein.

Irgendwann sind wir dann alle so weit, und es herrscht Gerechtigkeit!

Wir bleiben dran!

Und zwar jeden Tag.

Bis Mann sich dann eines Tages fragt, das Patriarchat – Was war das nochmal?“

In diesem Sinne: Auf die nächsten 25 Jahre – wir bleiben dran!"

- Carla

Internationaler Frauentag 2022

Clara Zetkin zettelte 1911 den Internationalen Frauentag an. Seither gilt der 8. März als Gedenktag, Kampftag und Feiertag für Mädchen und Frauen, denn die Ziele sind noch nicht erreicht.

Gender Pay Gap, Altersarmut, unbezahlten Care-Tätigkeiten - solange männlich gelesene Personen zu mutigen, starken Männern und weiblich gelesene Personen zu lieben, stillen Frauen sozialisiert werden, bleibt die Ungleichbehandlung bestehen. Die ständige Reproduktion hält das Machtgefälle aufrecht.

Zu Zeiten von Klimakrise, Pandemie und (nuklearer) Aufrüstung kommen wir mit nationalstaatlichem Denken nicht voran. Unter den klimatischen Veränderungen leidet die Bevölkerung des globalen Südens seit Jahren und besonders Frauen sind hier von den Folgen betroffen. Während der Pandemie hat sich abgezeichnet, dass Frauen vor ihren Partnern den Beruf aufgeben oder in Kurzarbeit gehen, um geringere Einkommenseinbußen einzuräumen und die Kinderbetreuung zu übernehmen. So kam es zu einem Anstieg des traditionellen Familienkonstrukts. Die Waffengewalt wird gesellschaftlich mit Männlichkeit gleichgesetzt. So sind es abermals die vermeintlich starken Männer, die die vermeintlich schwachen Frauen beschützen. In unserer Welt bedarf es vielmehr internationalem, feministischem Denken, um die globalen Krisen bewältigen zu können, ohne zeitgleich die Ungerechtigkeiten und Machtverhältnisse weiter zu verschärfen.

Daher fordern wir anlässlich des 8. März noch einmal besonders laut: Nein zu Gewalt. Nein zum Patriarchat.

Die aktuelle Kriegssituation bringt Sorgen und Ängste zum Vorschein. Es sind schwere, dunkle Zeiten, die uns, die wir nach zwei Jahren der Covid-19-Pandemie gebeutelt sind, viel abverlangen. Daher stellen wir als Frauenberatungsstelle Gladbeck anlässlich des Internationalen Weltfrauentages auf unseren Social Media Kanälen dem Nein unser Ja gegenüber: Ja zur Selbstfürsorge. Ja zu Respekt. Ja zu Frieden und Gerechtigkeit. Ja zu Herzlichkeit. Ja zu Mitgefühl. Ja zum Nein.

Beteiligen Sie sich gerne an der Aktion und posten Sie Ihr Ja-Statement.

 

 

Fit durch den Winter

***Aufgrund der Coronasituation behalten wir uns vor nach Rücksprache mit den Angemeldeten einzelne Angebote ins Digitale zu verlegen oder abzusagen***

Wir starten mit einem „Fit durch den Winter“-Programm ins Jahr 2022. Gemeinsam mit den Mädchen und Frauen Gladbecks möchten wir dem Winterblues den Kampf ansagen! Von Januar bis zum Internationalen Frauentag am 8. März gibt es ein buntes Programm, das aktiviert, entspannt und informiert.

Die dunkle, kalte Jahreszeit in Kombination mit Isolation durch die Covid-19-Pandemie kann uns allen viel abverlangen. Da braucht es ein wenig Geselligkeit, neue Impulse oder etwas Struktur im freizeitlichen Alltag. Wir bieten Laufgruppen, Yoga- und Entspannungsangebote sowie eine gemeinsame Wanderung, um aktiv und fit zu bleiben. Offene Spiele- und Backrunden sollen zum Kontakteknüpfen und Einfach-mal-von-der-Seele-Reden anregen. Dazu gibt es Informationstage zu den Themen Trennung und Scheidung sowie Jahresauftaktimpulse, um neue Perspektiven und Blickwinkel zu erschließen. Für die jungen Gladbeckerinnen öffnen wir den FrauenRaum im „Moody January“ für gemeinsames Chillen, Quatschen und Spielen sowie einen Workshop zur Sensibilisierung gegenüber der eigenen Grenzen. Zu einem Lese- und Filmeabend laden wir auch die anderen Geschlechter ein, sich mit geschlechtsspezifischen Problematiken und feministischen Themen auseinanderzusetzen.

Den Flyer zum Programm findet Ihr hier.

Aus Planungsgründen ist eine Anmeldung für die einzelnen Angeboten notwendig. Meldet Euch dazu gern bis zum 23. Dezember und dann wieder ab dem 3. Januar per Telefon oder per E-Mail. In den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester sind wir lediglich in einer Notbesetzung in der Beratungsstelle und können keine schnelle Rückmeldung zu freien Plätzen zu sichern. Die Angebote erfolgen nach den zum Zeitpunkt der Veranstaltungen geltenden Hygieneregeln.

Der zweite Corona-Winter wird nicht einfach, aber wir möchten ihn mit Euch leichter gestalten!

Fit durch den Winter mit der Frauenberatungsstelle Gladbeck


Feiertagsgrüße

Vom 24.12.2021 bis zum 03.01.2022 bleiben wir für Notfälle erreichbar

"Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hinzuschauen" - Mit diesen weisen Worten von Astrid Lindgren, die vielleicht niemals so gut gepasst haben wie in diesen Zeiten, wünschen wir Ihnen und Euch, liebe Unterstützer*innen der Frauenberatungsstelle Gladbeck e.V., erholsame und vor allem sichere Feiertage bei guter Gesundheit. Unser Team wird an den Tagen zwischen den Jahren, wie immer, einen Notfallbetrieb aufrechterhalten, so dass wir Frauen, die von Häuslicher Gewalt betroffen sind, kontaktieren und unterstützen können. Neben der Polizei können sich Betroffene auch rund um die Uhr an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (08000 116 016) und die TelefonSeelsorge (0800 111 0111) wenden. Unter www.frauen-info-netz.de sind Frauenhäuser in ganz NRW erreichbar.
Die Frauenberatungsstelle wird am Montag den 3. Januar 2022 wieder ab 9 Uhr geöffnet sein.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen 2021

Der 25. November als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen wurde 2021 von uns in einer Aktionswoche gefeiert.

Wir starteten am Mittwoch, den 24. November in Kooperation mit der Initiative „Gladbeck ist Laut“ mit einem Leseabend in der Stadtbücherei. Frauen lasen aus feministischer Literatur oder selbstgeschriebene Texte. Die Themen Sexualisierte sowie Häusliche Gewalt und Sexismus im Alltag fanden Raum. Es war eine gelungene, intensive Veranstaltung.

Den 25. November läuteten wir mit einer Sprühaktion in der Gladbecker Innenstadt ein. Vielleicht leuchtet Euch das ein oder andere Frauenzeichen noch immer in orangener Kreidefarbe entgegen. Mittags wurden traditionell mit der Gleichstellungsbeauftragten am Willy-Brandt-Platz die Terre des Femmes Flaggen gehisst. Im Anschluss gab es die große, lang ersehnte Eröffnung unseres Ladenlokals. Der FrauenRaum ist eingeweiht und kann jetzt für barrierearme Beratungen, Veranstaltungen und Gruppenangebote genutzt werden. Am Abend wurde dann das Rathaus orangefarben angestrahlt, ganz im Zeichen von „Orange the City“.

Der darauffolgende Freitag klang mit einer Filmvorführung aus. Das Kommunale Kino (KoKi) zeigte „The Assistant“, um auf die Problematik der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz aufmerksam zu machen.

Eine volle, orangefarbene Woche, die uns allen noch einmal gezeigt hat, dass die Themen unserer Arbeit Alltag von vielen Gladbeckerinnen sind.

Danke, dass Ihr so zahlreich zu unseren Veranstaltungen gekommen seid, um gemeinsam mit uns auf die Problematiken aufmerksam zu machen. Je mehr Menschen sich für die Themen interessieren, desto mehr sensibilisieren wir die Gesellschaft und können auf diesem Weg Veränderung anstoßen.

Danke für all den Zuspruch und einen gelungenen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen 2021!

Beratung während Corona

Die Frauenberatungsstelle ist auch während der Pandemie auf verschiedenen Wegen erreichbar. Unser Team hat den vollständigen Impfschutz und bietet Frauen nach der 3-G-Regel (geimpft, genesen, getestet) und den geltenden Hygienemaßnahmen persönliche Gespräche in unseren Beratungsräumen an.

Frauen, die sich im persönlichen Kontakt noch unsicher fühlen, bieten wir auch weiterhin Beratungen am Telefon, online oder an der frischen Luft an. 

Vereinbaren Sie gerne einen Termin mit uns unter 02043/66699 oder schreiben eine E-mail an team@frauenberatungsstelle-gladbeck.de

Selbsthilfegruppe Essstörungen

In den Räumen der Beratungsstelle findet regelmäßig eine angeleitete Selbsthilfegruppe für Frauen statt, die von einer Essstörung betroffen sind. Darunter fallen Magersucht / Anorexie, Bulimie und die Binge Eating Störung. Auch Frauen, die sich in keine dieser Hauptgruppen einordnen können, sich aber grundsätzlich oft mit dem Thema Essen beschäftigen, können sich über das Angebot informieren.

In der Gruppe erhalten sie einen Raum zum Austausch und erfahren durch die begleitende Mitarbeiterin der Beratungsstelle unterschiedliche Anregungen, Informationen und Übungen zum Umgang mit der Erkrankung.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Gruppe ist ein vorheriges Einzelgespräch. Die Treffen finden 14-tägig statt und sind kostenlos.

Interessierte Frauen können sich telefonisch oder per E-Mail melden:

 

  02043 / 66699

  team@frauenberatungsstelle-gladbeck.de
 

 

 

Veranstaltungen

  • Dienstag, 14. Juni: "Essstörungen - Auf der Suche nach dem wahren Hunger", Workshop für Jugendliche, 15-17 Uhr, Jugendcafé 3Eck, Anmeldung für telefonisch oder per E-Mail
  • Mittwoch, 15. Juni: "Den Blick schärfen für Häusliche und Sexualisierte Gewalt", Online-Fachtag, 9-14 Uhr, Anmeldung per E-Mail
  • Samstag, 18. Juni: "Gewalt - da machen wir nicht mit", Tagesworkshop für Jugendliche, 10-15 Uhr, FrauenRaum, Anmeldung telefonisch oder per E-Mail

Kampagnen

Stark für Frauen

Im Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW sind 51 Frauenberatungsstellen zusammengeschlossen. Seit mehr als 30 Jahren machen sie sich stark für Frauen und setzen sich für die Rechte und ein gewaltfreies Leben von Frauen ein.
 

Videos

  • Das Video zum Thema Zwangsheirat finden Sie hier
  • Das Video zum Thema Genitalverstümmelung finden Sie hier
  • Das Video zum Thema Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung finden Sie hier